Projekte zur Lernunterstützung

Projekte zur Lernunterstützung

25. Juni 2021 | Michael Stratmann

Wurzeln geben, Vielfalt leben

Das Wetter hätte nicht besser sein können für unseren Besuch in der besten Schule des Jahres. Seit dem 23. September 2020 ist die Otfried-Preußler-Grundschule Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises und seit wenigen Wochen auch um eine Tablet-Klasse stärker.

Die offizielle Übergabe der 25 Tablets fand am 17. Juni 2021 auf dem Schulgelände in Hannovers Südstadt statt. Ziel ist es, die Tablets in die neuen Konzepte zum digitalen Lernen und Lehren einzubinden. Initiiert von der Nina-Dieckmann-Stiftung schlossen sich unsere Stiftung und der Rotary Club Hannover-Leineschloss diesem Projekt an.

Im Unterricht beschäftigen sich die Kinder mit Themen in den Bereichen Robotik und Informatik. Mittels Gebärden-Apps und unterstützter Kommunikation können alle Kinder in der Klassengemeinschaft und am Lernen teilhaben unabhängig vom Grad ihrer persönlichen Einschränkungen.

Die innovationsfreudige Schulgemeinschaft legt großen Wert darauf, dass alle Beteiligten das Schulleben mitgestalten und mitbestimmen können. Sie integrierte bereits vor Jahren das Konzept "Lehrer im Wohnzimmer", in dem aktuell 16 Schüler im Fach Deutsch betreut werden.

Eine lebendige Gemeinschaft

Das Schulklima und das Selbstverständnis, mit dem dort Inklusion gelebt wird, sind besonders hervorzuheben. Die Schule ist eine lebendige Gemeinschaft, ein pulsierendes Miteinander, welches von einem durchdachten pädagogischen Konzept getragen wird.

Die Kernelemente der Lernkultur sind eine sortierte, vorbereitete Umgebung, ein klares Konzept von Fachunterricht, ausgeprägte Formen der Individualisierung und leistungsfähige, technische Unterstützungssysteme. Die Schule hat ein eigenes Medienkonzept formuliert – ein Auszug:

"Die Schule hat den Auftrag, Kinder zu mündigen Bürgern zu erziehen; dies heisst heute auch, Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten. Die berufliche Zukunft der Kinder ist ohne IT-Kenntnisse nicht denkbar, in allen Aufgabenbereichen im Studium und im Berufsleben erhält die Professionalisierung im Umgang mit dem Computer einen immer höheren Stellenwert."

Gemeinsames Mentorenprojekt

Die Otfried-Preußler-Grundschule und das St. Ursula Gymnasium haben ein gemeinsames Mentorenprojekt entwickelt. Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs fungieren in einer 1:1 Beziehung als Mentoren für Grundschüler.

Alle 2 Wochen treffen sich "die Gespanne", um kreative Zeit zusammen zu verbringen – vorrangig geht es nicht um Lerninhalte/-stoff, sondern um Sport, Musik, Kultur, Spiel, Kochen, Kommunikation/Zusammensein ff. – die Mentoren erhalten auch Support von Lehrkräften und Projektteams des Caritasverbandes Hannover e.V.

Otfried Preußler wurde 1923 in Böhmen geboren. Nach dem Abitur wurde er zur Wehrmacht eingezogen – er kehrte 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und siedelte sich in Rosenheim an. Er arbeitete lange Jahre als Grundschullehrer und Schulrektor - parallel begann er mit dem Schreiben von Kinderbüchern, die millionenfach und weltweit verlegt wurden.

Die bekanntesten Figuren aus diesen 32 Büchern sind "Der kleine Wassermann, Der Räuber Hotzenplotz, Krabat, Das kleine Gespenst, Die kleine Hexe." Er ist einer der bedeutenden Kinderbuchautoren in Deutschland. Otfried Preußler verstarb 2013 in Bayern.

  • Opgs Tablets 1

  • Opgs Tablets 2

Constantin Weimar

Feriencamp: Tu' was du liebst

"Wir wollen mit euch eine spannende Woche verbringen – und dabei herausfinden wie großartig du eigentlich bist, und was du mit deinen Fähigkeiten alles anstellen kannst."

Mit diesen Worten empfingen Jugendcoach Constantin Weimar und sein vierköpfiges Team die 23 Jugendlichen, die aus ganz Deutschland und der Schweiz zum einwöchigen Jugendcamp nach Hambühren bei Celle gekommen waren.

Darunter auch ein besonders engagiertes 16-jähriges Mädchen aus Syrien, das dank der großzügigen Spende der STATMANN STIFTUNG zum Jugendcamp eingeladen werden konnte.

"Ich habe gelernt, dass ich anderen vertrauen kann."

Feriencamp Constantin Weimar 06Zuvor hatten die 13 bis 17-jährigen ihre Zelte auf der großen Wiese des Schullandheims Sophienschule aufgeschlagen. Ein tolles Haus mit großzügigem Gelände und Tischtennisplatten, Tischfußball, Billard, sowie Volleyball-, Basketball- und Fußballfeld. Einfach klasse!

Beim ersten abendlichen Treffen am Lagerfeuer konnten sich die Jugendlichen jetzt bei einigen Spielen gegenseitig kennenlernen, Wünsche und Erwartungen für die Woche äußern, und erhielten ein paar organisatorische Infos, z.B. zum Tagesablauf.

An jedem Morgen gab es nach dem Frühstück einen 1,5 stündigen Workshop, in dem die Teenager mit kurzen Videos, Spielen, sowie Einzel- und Gruppenübungen Inhalte zur Persönlichkeitsentwicklung erarbeiteten.

"Ich weiß jetzt, dass man jedes Problem lösen kann."

Feriencamp Constantin Weimar 02So fanden sie spielerisch heraus welche Tätigkeiten ihnen Spaß machen, was für Werte ihnen im Leben wichtig sind, welche Fähigkeiten sie bereits haben, und wie sie ihre Gaben schon jetzt in Freizeit-Projekten, oder später im Beruf einsetzen können.

In den weiteren Workshops wurde auch der positive Umgang mit Hindernissen und Rückschlägen besprochen, sowie zum Abschluss eine persönliche Zukunftsvision mit kurz- und langfristigen Zielen als Collage erstellt.

Am Nachmittag standen Action und Ausflüge auf dem Programm, die oft einen direkten Bezug zu den zuvor vermittelten Inhalten hatten. Auf einer Kanutour konnten die Jugendlichen erleben was Teamwork in der Praxis bedeutet.

Bei den "Team Olympics" wurden weitere Stärken von Einzelnen und den Gruppen ermittelt, im Klettergarten der Umgang mit Hindernissen und Angst geprobt.

"Ich habe in wahnsinnig kurzer Zeit wahnsinnig gute Freundschaften geschlossen."

Feriencamp Constantin Weimar 03Außerdem gab es einen "handyfreien Tag" mit anschließender Reflektion. Nach anfänglichem Unmut stellten die Teenager fest, dass der Verzicht aufs Handy auch viele Vorteile bietet: Z.B. mehr Kontakt zu anderen, bessere und sinnvollere Gespräche, sowie ein gesteigertes Gemeinschaftsgefühl.

"Wenn es spannende Alternativen gibt, habe ich viel weniger Lust am Handy zu hängen" konstatierten viele Jugendliche. Vermutlich auch wegen des Abendprogramms:Wir trafen uns zum Kinoabend, machten eine Traumreise in die Zukunft, oder spielten "Impro-Theater".

Außerdem veranstalteten wir eine "Games Night" bei der die Teamer und auch die Jugendlichen verschiedene Spiele anboten.

"Ich bin jetzt selbstbewusster, glücklicher und offener als vorher."

Feriencamp Constantin Weimar 08Zum Abschluss der ereignisreichen Tage versammelten wir uns am Lagerfeuer mit Stockbrot oder Marshmellows, spielten Rollenspiele, oder schauten in die Sterne.

Das bot auch Gelegenheit für Einzelgespräche, bei denen die Jugendlichen ihre Träume, Fragen und Sorgen mitteilen konnten und immer ein offenes Ohr fanden.

Fazit:Es war wundervoll zu sehen wie die Jugendlichen in nur einer Woche über sich hinausgewachsen sind und sich weiter entwickelt haben.

Die Teilnehmer verließen das Camp, wie sie selbst sagten, als "eingeschworener Haufen", der sich auch nach dem Jugendcamp in der eingerichteten WhatsApp Gruppe beim Erreichen der persönlichen Ziele unterstützt.

Weitere schriftliche Statements der Jugendlichen:

  • "Ich habe gelernt stark meine Meinung zu sagen."
  • "Ich habe erkannt, dass ich sehr toll bin wie ich bin."
  • "Ich werde zukünftig auf neue Situationen positiv zugehen, und nicht mehr alles negativ sehen."
  • "Ich werde meine Angst zu scheitern jetzt in Motivation umwandeln"
  • Feriencamp Constantin Weimar 04

  • Feriencamp Constantin Weimar 05

  • Feriencamp Constantin Weimar 07