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Nach dem Manuskript ist vor dem Manuskript
Geschrieben von: Julia Reuter   
Donnerstag, 19. Mai 2011 um 11:32 Uhr

Nachdem ich 2009 mein Bachelorstudium der International Cultural and Business Studies an der Universität Passau beendet habe, führte mein Weg nach Berlin.

Ich bin in die Hauptstadt gezogen um den Masterstudiengang British Studies am Großbritannienzentrum der Humboldt Universität (HU) zu beginnen.

Dieser außergewöhnliche Studiengang beinhaltet das Studium grundlegender Aspekte Großbritanniens. Hier werden nicht nur Geschichte und Kultur des Landes vermittelt, sondern auch die politischen und rechtlichen Besonderheiten des Inselstaates.

Im zweiten Semester habe mich auf Kultur, Literatur und Literaturmanagement in Großbritannien konzentriert. Mit mehr als 15 Dozenten und nur 27 Studenten ist die Betreuung wirklich außerordentlich gut. Das Studium war sehr intensiv, aber ich habe dadurch auch unheimlich viel gelernt.

Mein Leben in der Großstadt: Ob Berlin oder London - ich fühle mich wohl

Die Stadt Berlin hat es mir sehr angetan, hier ist immer etwas los. Besonders Großbritannienbegeisterten wird viel geboten: Neben englischen Bücherläden und englischen Filmen im Kino gibt es sogar englische Lebensmittelgeschäfte. Nicht umsonst heißt es: Berlin ist eine Großstadt, die aus vielen kleinen Dörfern besteht. Man fühlt sich nie überwältigt und besonders im Sommer kann man die vielen Parks und Grünflächen genießen.

Das ist in London schon ein bisschen anders. Ich habe mein Studium an der HU im Februar 2011 abgeschlossen und bin gleich meinem ersten Job hinterhergezogen. London fühlt sich genau so riesig an, wie es auch ist. Ich habe mich in den letzten Wochen schon sehr gut eingelebt und genieße das Leben hier ebenso wie das in Berlin. Auch hier gibt es Grünflächen und das kulturelle Angebot ist wirklich genial. Seitdem ich hier bin, war ich schon mehrere Male im Theater, im Kino und sogar im Ballett.

In "heißen" Zeiten lese ich mindestens drei Manuskripte am Tag

Mein Job macht mir auch großen Spaß: Ich arbeite für Daniela Schlingmann, die als Literaturscout für mehrere europäische Verlage tätig ist. Wir stehen in intensivem Kontakt mit britischen Lektoren und Agenten, um immer zu wissen, wer gerade was eingekauft hat. Ein bis zwei Jahre vor dem britischen Veröffentlichungstermin informieren wir unsere Kunden über neue Trends. In Deutschland beraten wir zum Beispiel Hoffmann und Campe, Weltbild und die Oetinger Verlagsgruppe welche Titel sie zur Übersetzung einkaufen sollten.

Das heißt, dass wir unheimlich viel lesen – ungefähr drei Manuskripte pro Tag. In "heißen" Zeiten also vor den Buchmessen in Frankfurt und London, sind es sogar noch mehr. Ich konzentriere mich auf Kinder- und Jugendbücher, was mir besonders großen Spaß macht. Warum will eigentlich nicht jeder in dieser Branche arbeiten?


[Anmerkung der Redaktion: Wir gratulieren Julia Reuter ganz herzlich zu dieser besonderen Leistung und wünschen ihr alles Gute für den Karrierestart!]

 
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